Wenn ein Training des Geistes so gut für uns ist, warum macht es nicht jeder täglich? Eine Schwierigkeit besteht sicherlich darin, dass es nicht so einfach ist, anzufangen. Wenn man dann angefangen hat, besteht die zweite Schwierigkeit darin, weiterzumachen. Chade-Meng Tan thematisiert diese Herausforderungen und gibt drei Möglichkeiten an die Hand, mit denen man ihnen entgegenzutreten kann.

Nicht alle haben ein konkretes Schlüssel-Erlebnis, das sie zur Meditation bringt und auch dranbleiben lässt, wie Chade-Meng Tan. Für ihn war es die Begegnung mit einer buddhistischen Nonne, der ehrwürdigen Sangye Khadro. Die ruhige und freudvolle Würde, die sie ausstrahlte, wenn sie stand, lief, saß und sprach, beeindruckte Tan sofort. Besonders ein Satz, der während einer Lehrveranstaltung an der Nanyang Technological University in Singapur fiel, beeinflusste ihn maßgeblich: „Es geht nur um das Kultivieren des Geistes.“ Als Student fasste er in diesem Moment den Entschluss, meditieren zu lernen, egal, wie schwer sich das gestalten sollte.

Für Menschen, die meditieren möchten, ist das Anfangen oft gar nicht so einfach. Hat man einmal begonnen, kommt die nächste Hürde, das Dranbleiben. Tan spricht Empfehlungen aus für das Beginnen und im Anschluss das Erhalten der Meditationspraxis:

  • Gesellschaft: Zu Beginn kann es eine gute Idee sein, mit anderen zusammen zu üben. Dann fällt es Ihnen möglicherweise leichter, zu meditieren. In Kursen wie MBSR oder MSC wird der Effekt des gemeinsamen Übens auch genutzt. Diese Idee kann sich im modernen Kontext allerdings auch als recht herausfordernd herausstellen, weil es wirklich schwer geworden ist, Freunde für 20 Minuten für etwas anderes als Bier zusammenzubringen.
  • Integration in den Alltag: Eine weitere Möglichkeit bietet da die „informale Praxis“. Sie ist vergleichbar mit dem Aufbau der Ausdauer durch Spaziergänge. Die sind zwar gut für die Gesundheit, aber nicht intensiv genug, um eine wirkliche Ausdauer aufzubauen. Beispiele dafür sind das achtsame Gehen auf dem Weg zum Badezimmer oder achtsames Atmen, während der Computer hochfährt.

Das gleichnamige Buch lässt erwarten, dass es noch eine weitere Möglichkeit gibt, die Tan auch als Königsweg ansieht.

  • Freude: Diese Freude selbst kann beispielsweise im (a) fachlich angeleiteten Training kultiviert werden. Wichtig ist es, dass Sie sich selbst nicht zu über- und auch nicht zu unterfordern. Wenn das Training anfangs leicht und effektiv ist, können Sie womöglich leichter reinkommen und nach und nach den Schwierigkeitsgrad anpassen. Wenn die (b) Übung dann auch noch selbst Freude macht, richten Sie sich mit größerer Wahrscheinlichkeit die Zeit dafür ein. Haben Sie ein wenig Geduld: Der Punkt der Freude kommt, wenn Sie einen zuverlässigen Zugang zur inneren Frieden und innere Freude gefunden haben. Dies tritt erst in der Meditation zutage und daraufhin im alltäglichen Leben. Dann kommt es zu einem (c) selbst-erhaltenden Impuls: Der innere Frieden durch Meditation schafft den Nährboden für inneren Frieden und innere Freude. Der Spaß an der Meditation in Form von innerer Freude motiviert zum Meditieren.

Vielleicht haben Sie die Freude schon erfahren, vielleicht kommt sie noch. Wir laden Sie ein, mit Freude dran zu bleiben. Inspiriert: Tan, C.-M. (2016). Joy on demand : the art of discovering the happiness within. New York: HarperCollins Publishers Inc.

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