Das ist Sam. Er arbeitet im mittleren Managementbereich eines Unternehmens und leitet sein eigenes Team von Mitarbeitern. In dieser Rolle ist er der „ehrgeiziger Karrieretyp“. Gleichzeitig ist er aber auch stolzer Papa und ein treusorgender Ehemann. Manchmal findet er sogar Zeit, seinen Feierabend mit ein paar Kollegen zu verbringen. Unter seinen Männerfreunden ist er als Draufgänger und Lebemann bekannt. All diese Rollen erfüllt Sam scheinbar mühelos und er wechselt gerne zwischen diesen verschiedenen inneren Anteilen hin und her.

Es allen recht machen aber selber auf der Strecke bleiben

Manchmal jedoch kommt sich Sam zwiegespalten vor. All diese Anforderungen und Erwartungen in den verschiedenen Rollen verlangen ihm viel ab. Es kommt vor, dass Sam das Gefühl hat, es allen recht zu machen, außer sich selber. Dass er bemüht ist, seinen Vorgesetzten, seine Mitarbeiter, seine Frau und seine Kinder zufriedenzustellen und dabei selbst auf der Strecke bleibt.

Zum Glück schafft es Sam in solchen Momenten immer häufiger, sich die Tipps aus dem Buch „Mindful Leader“ in Erinnerung zu rufen. Er nimmt sich dann bewusst eine kurze Auszeit für sich, in welcher er seine Lieblingsachtsamkeitsübung praktiziert und meistens geht es dann schon viel besser.

Das innere Team kennen hilft auch die Mitarbeiterteams im echten Leben zu managen

Sam versteht sein inneres Team mittlerweile ganz gut. Die Achtsamkeitsübungen haben ihm auch geholfen, sich der verschiedenen Rollen und Anteile bewusster zu werden und sie gezielter einzusetzen. Sam beginnt nun auch die Parallelen zwischen seinem inneren Team und dem Team seiner Mitarbeiter zu verstehen. Beispielsweise brauchen beide Teams gewissermaßen Führung. Sein inneres Team wird von seinem Bewusstsein gesteuert, hier helfen ihm die angesprochenen Achtsamkeitsübungen und die Auszeiten. Parallel dazu muss er auch seine verschiedenen Mitarbeiter anleiten. Auch hier weiß Sam, dass es wichtig ist, die verschiedenen Stärken und Schwächen, aber auch die Bedürfnisse seiner Teammitglieder zu kennen. Sam wählt jetzt viel bewusster aus, welchen seiner Mitarbeiter er für bestimmte Aufgabe einsetzt. Er versteht, dass jeder seiner Mitarbeiter neben der offiziellen Qualifikation auch ganz individuelle Persönlichkeitseigenschaften mitbringt. Wenn Sam ganz ehrlich ist, hat er einen seiner Mitarbeiter früher als Weichei abgestempelt. Heute weiß er dessen Sensibilität zu schätzen und setzt ihn für Kundengespräche ein, die besonders viel Feingefühl benötigen.

Sam hat im Achtsamkeitsseminar gelernt, dass es hilft, sich inspirierende Ziele und Visionen für die Zukunft zu setzen. Genau das setzt er jetzt auch in seinem Arbeitsteam um. Er fragt jeden seiner Mitarbeiter regelmäßig nach dessen individuellen Bedürfnissen und Zielen. Seitdem hat er gemerkt, dass sein Team motivierter und fokussierter arbeitet. Auch den Umgang mit Fehlern hat Sam gleichermaßen bei sich und seinem Team geändert. Früher hat Sam sich furchtbar aufgeregt, wenn ihm selber ein blöder Fehler unterlaufen war. Von seinen Mitarbeitern wurde er gefürchtet, denn auch sie hatten es nach Fehlern nicht leicht bei ihm. Heute geht Sam konstruktiv mit Fehlern um: Sobald etwas schiefgelaufen ist, sei es bei ihm selber oder bei anderen, fokussiert er sich direkt auf einen Lösungsansatz, statt lange dem missglückten hinterherzutragen.

Sam lebt mehr und mehr nach dem Grundsatz: Wenn ich eine gute Führungsperson sein will, muss ich zunächst mein inneres Team managen. Die gemachten Erfahrungen bestätigen diesen Grundsatz. Sam fängt bei sich an und hat in der Folge auch sein Team auf der Arbeit immer besser im Griff.