Agilität wird in der heutigen Arbeitswelt immer relevanter

Die moderne Arbeitswelt ist durch zunehmende Komplexität und Unvorhersehbarkeit geprägt. Das erfordert immer schnelleres Handeln in Unternehmen und flexibles Eingehen auf kurzfristige Kurs- oder Zieländerungen. Ein Ansatz, um damit klarzukommen, ist Agilität. Dieses Konzept wurde zunächst 2001 von Softwareunternehmen eingeführt, die es gewohnt waren, ihr Produkt während des Entstehungsprozesses und darüber hinaus immer wieder an neue Gegebenheiten anzupassen. Mittlerweile übernehmen auch immer mehr Unternehmen außerhalb des Softwarebereichs diese Art der Unternehmensführung. So beispielsweise der weltweit größte Musikstreaminganbieter Spotifiy2 oder international tätige Sportartikelhersteller, wie Adidas1. Erste Studien belegen einen positiven Zusammenhang zwischen Agilität und wirtschaftlichem Erfolg, besonders, wenn es um die Digitalisierung innerhalb der Unternehmen geht1.

Mindfulness als Voraussetzung für Agilität

Agilität in Unternehmen ist also eine moderne Form der Unternehmensführung. Jedoch greift Agilität nur im Außen zu kurz. Die meisten Menschen wurden in einer hierarchisch, autokratisch geprägten Arbeitswelt sozialisiert. Alte Verhaltensmuster sind durch diese kulturelle Konditionierung stark verankert. Um Agilität wirklich umzusetzen, bedarf es auch einer Agilität nach innen hin. Also einem agilen Mindset, welches kultiviert werden muss. Wir argumentieren, warum Mindfulness die zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche agile Transformation ist:

  1. Mindfulness macht den Raum zwischen Reiz und Reaktion nutzbar

In herkömmlichen Unternehmen treten an bestimmte Problemstellungen oft auch vordefinierte Lösungsansätze, die sich bewährt haben. Diese automatisierten Reaktionen können funktionieren, sie schlagen aber dann fehl, wenn neuartige Herausforderungen auftreten oder wenn der automatisch ablaufende Lösungsansatz durch eine sich schnell ändernde Marktsituation nicht mehr angemessen ist. Maßgebliches Ziel von Achtsamkeitsansätzen ist es, den Raum zwischen Reiz, also der herausfordernden Situation und der Reaktion darauf, gezielter zu nutzen. So wie bei agilen Methoden wird hierdurch ein individueller Umgang mit komplexen Problem möglich.

  1. Mindfulness fördert eine Position des neutralen Nichtwissens, aus der neue Lösungsansätze entstehen

Gute neue Ideen können heutzutage überall herkommen. Beispielsweise aus benachbarten Industrien, die man noch gar nicht so auf dem Schirm hatte. Oder eine neue Technologie, wie beispielsweise das Smartphone macht gleich mehrere andere Produkte, wie Navigationsgeräte, MP3-Player und herkömmliche Handys überflüssig. In solch einer Welt kann es förderlich sein aus einer neutralen Position des Nichtwissens zu agieren, welche einem die nötige Offenheit für Neues ermöglicht3.

  1. Mindfulness lässt uns den Status Quo hinterfragen

Achtsamkeit hilft uns, immer wieder unsere Ziele zu hinterfragen und gegebenenfalls nachzujustieren. Es fördert die Klarheit, die wir gerade in der immer komplexer werdenden Arbeitswelt brauchen. Ähnlich sind die Grundfragen in agilen Organisationen: Sind wir auf dem richtigen Weg? Läuft etwas schief? Gibt es bessere Herangehensweisen an die Herausforderungen? Das macht beide Praktiken so erfolgreich besonders in Bereichen, in welchen viel Flexibilität und ständige Anpassungsfähigkeit gefragt sind.

  1. Mindfulness fördert Reflexion als zentrales Element von Agilität

Eng mit dem vorherigen Punk verbunden ist die Reflexionsfähigkeit. Dies ist einer der Schlüsselkompetenzen, welche durch Achtsamkeitsübungen verbessert wird. Auch viele agile Methoden, beinhalten Reflexionselemente. So beispielsweise die Retrospectives, welche bei agilen Organisationen den Kern für Prozessoptimierung darstellen. Zusätzlich unterliegen agile Praktiken oft engen Zeitplänen. Auch das erfordert ein ständiges Reflektieren darüber, wie viel Zeit bestimmte Tätigkeiten in Anspruch nehmen4.

  1. Mindfulness fördert Präsens und Fokus

Die Aufmerksamkeitsfokussierung von Achtsamkeitsübungen beinhaltet als zentrales Element, langfristig konzentrierter und präsenter zu werden. Auch agile Praktiken setzen darauf, dass Meetings immer nur bestimmten, vordefinierten Themen dienen. Ausschweifungen gilt es während der Treffen zu vermeiden. Stattdessen gibt es festgelegte Phasen, in welchen dann spezifisch ganz ohne Einschränkungen diskutiert werden kann. So wird die Aufmerksamkeit immer gezielt auf bestimmte Aspekte gelenkt.

Fazit

Agilität wird durch Mindfulness erst ermöglicht. Trotz einer sich schnell verändernden, zunehmend komplexen und durch erhöhte Anforderungen geprägten Arbeitswelt, werden beide Konzepte im Deutschsprachigen Raum noch nicht hinreichend umgesetzt1. Und das, obwohl agile Arbeitsformen vielversprechende Erfolge erzielen1.Woran liegt das?

Ein Teil der Antwort liegt in der Tatsache begründet, dass es hin zu eine agile Transformation eine grundlegende und tiefgreifende Veränderung des Mindsets benötigt. Diese tiefgreifender Adaption kann durch den Ansatz Mindful Leader erreicht werden.

 

Quellen:

(1) https://www.haufe.de/personal/hr-management/agile-unternehmen-beispiele-aus-der-praxis_80_428980.html

(2) https://digitaleneuordnung.de/blog/agile-organisationen/

(3) https://www.mckinsey.com/business-functions/organization/our-insights/leading-with-inner-agility

(4) https://www.dgfp.de/aktuell/warum-agilitaet-achtsamkeit-unbedingt-zusammengehoeren/

(alle Webseiten abgerufen am 28.02.2020)