Die meisten von uns haben ein digitales Laster, manche auch mehrere. Bei vielen von uns ist es das Smartphone. Der Blick auf den kleinen Bildschirm ist inzwischen nicht mal mehr nur eine Verlegenheitstat, sondern ein Automatismus. Braucht Digitalisierung Achtsamkeit – was denken Sie?

Wann schauen Sie das erste Mal an einem durchschnittlichen Tag auf Ihr Smartphone? Einige von uns sehen den Bildschirm gleichzeitig mit dem aufwachen das erste Mal, weil das Smartphone neben den vielen tollen Apps, die wir heutzutage alle brauchen, auch einen Wecker von Werk mitbringt. So hat das Smartphone nicht nur den Wecker, sondern auch die Kamera, das Telefon, den portablen Musikspieler und etliche, bislang analog gehaltene Möglichkeiten einfach abgelöst. Dabei ist das Smartphone ja nur ein kleiner Computer, die es einer wachsenden Anzahl von praktischen und – seien wir uns ganz ehrlich – auch einigen nutzlosen, Apps ermöglicht, zu leben.

Was ist es, das die Bildschirmzeit so unwiderstehlich macht, dass wir manchmal mehr als die Hälfte unserer täglich zur Verfügung stehenden Zeit an unterschiedlichen Bildschirmen wie dem Smartphone, dem Tablet, dem Computer oder dem Fernseher verbringen? Bei manchen von uns sind es Bestätigung und positive Rückmeldung, die sie auf Posts bei Apps wie Facebook oder Instagram bekommen. Bei anderen sind es soziale Beziehungen, die über Whatsapp, Skype und viele andere Messanger auch über größere räumliche Distanzen ganz unproblematisch aufrecht erhalten werden können. Wieder andere erhoffen sich eine Auflösung der Anspannung nach der Bearbeitung von viel zu vielen Mails. Warum? Weil jedes Mal, wenn wir eine Art von Bestätigung, Nähe, Entspannung oder Fortschritt erfahren, in unserem Gehirn Glücksgefühle entstehen.1

Die Digitalisierung hat neben den wunderbaren technischen Errungenschaften, die wir so selbstverständlich nutzen, auch eine dunkle Seite. Unsere Aufmerksamkeit ist in Gefahr. Studien zeigen: Wir können uns immer kürzer konzentrieren. Haben Sie es bis hierhin geschafft, Ihre Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten? Angeblich liegt unsere Aufmerksamkeitsspanne im Durchschnitt inzwischen bei nur noch 8 Sekunden.2 Reizüberflutung und auch die scheinbar notwendige Dauer-Erreichbarkeit lässt den Ruf nach einem gesunden Umgang, Selbstmanagement und mehr Mindfulness in Organisationen immer lauter werden.

Aber wie zurück finden zu Wachheit und Konzentration? Meditationen und Achtsamkeitsübungen -wie wir sie auch beim Mindful Leadership Institut (MLI) vermitteln- mit einem Anker, der einen sicher an Ort uns Stelle oder auch im Hier und Jetzt hält, bieten sich an. Der Anker kann das Essen, das Gehen oder auch der eigene Atem oder auch etwas ganz anderes sein.

Eine gute Nachricht für alle, die sowieso schon so wenig Zeit haben: Die Übungen können problemlos in den Alltag integriert werden. Manchmal nur für einen Atemzug andermal für mehrere. Vielleicht ist es am Anfang nicht einfach, für ein paar Bisse, ein paar Schritte oder auch ein paar Atemzüge ganz bei einer Sache zu bleiben. Probieren Sie es einfach aus – Sie werden merken, welchen Unterschied es macht, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit regelmäßig fokussieren.

1 Alter, A. (2018). Irresistible: The Rise of Addictive Technology and the Business of Keeping Us Hooked. New York: Penguin Press.
2 Webcampus (2017) Die 8 Sekunden Aufmerksamkeitsspanne – Gibt es sie wirklich? Abgerufen von https://www.webcampus.de/blog/104/die-8-sekunden-aufmerksamkeitsspanne-gibt-es-sie-wirklich

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen