Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich unter anderem darin aus, dass sie innovativ sind. Diese Innovationen können aber nur entstehen, wenn kreative Ideen auch umgesetzt werden. Damit ist die Kreativität im Denken ist also eine wichtige Voraussetzung für Innovationen. Der Autopilot unseres Denkens führt uns immer wieder in bereits bekannte Bahnen. Daher ist es unbedingt notwendig, dass wir den Autopiloten verlassen, um den neuen Denk-Strukturen der Kreativität Platz zu machen.

Jeder weiß, zumindest in der Essenz, was mit Kreativität gemeint ist. Doch in der Wissenschaft ist man sich darüber nicht so einig.[1] Eine Sichtweise der Kreativität, die auch in aktuellen Lehrbüchern immer noch abgedruckt wird, ist die von Guilford (1950), der mehrere Faktoren der Kreativität formulierte: (1) Das Erkennen von Problemen, (2) das Produzieren einer großen Anzahl von Ideen und insbesondere auch (3) neuer Ideen sowie (4) die Flexibilität im Denken.

Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich heutzutage unter anderem darin aus, dass sie innovativ sind. Innovationen können allerdings nur entstehen, wenn kreative Ideen auch umgesetzt werden. Die Kreativität im Denken ist also eine Voraussetzung für Innovationen. Um überhaupt erst kreativ werden zu können, ist es unbedingt notwendig, den Autopiloten unseres Denkens zu verlassen. Dieser führt uns nämlich immer wieder in bereits bekannten Strukturen des Denkens.

Eine Möglichkeit, um die Kreativität zu fördern, haben sich Colzato, Szapora und Hommel (2012) angesehen. Sie haben Personen untersucht, die sich Kreativitäts-Tests unterzogen, nachdem sie eine  Meditation zur fokussierten Aufmerksamkeit (focused-attention) genossen haben.[2] Dieselben Personen kamen wenige Tage später und durchliefen denselben Ablauf, diesmal mit einer anderen Meditation, der achtsamen, offenen Beobachtung (open-monitoring).[3] Dieselben TeilnehmerInnen schnitten nach der offenen-Beobachtungs-Meditation im Kreativitäts-Test signifikant besser ab, als nach der Meditation zur fokussierten Aufmerksamkeit. Dies betraf die Kategorien Flexibilität im Denken, Produzieren einer großen Anzahl an Ideen und auch origineller Ideen.

Eine weitere Studie hat die Dauer der eigenen Achtsamkeits-Praxis und deren Zusammenhang mit der Kreativität untersucht. Darin war zu lesen, dass viel Achtsamkeitserfahrung (über 9 Jahre) im Gegensatz zu weniger Achtsamkeitserfahrung (ca. 5 Jahre) signifikant bessere Ergebnisse in der Produktion einer großen Anzahl an Ideen vorhersagt (Berkovich-Ohana, Glicksohn, Ben-Soussan, & Goldstein, 2017).

Es bietet sich zugunsten der Kreativität also durchaus an, über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig zu meditieren. Wenn Sie gerne für ihre Tätigkeit im Arbeitskontext eine Kreativitäts-fördernde Meditation suchen, legen wir Ihnen die Meditation zur offenen Beobachtung (open-monitoring) ans Herz. Wir wünschen Ihnen viele kreative Ideen!

Literatur

Asendorpf, J. B. (2015). Kreativität. Persönlichkeitspsychologie für Bachelor (pp. 83-85). Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag.

Berkovich-Ohana, A., Glicksohn, J., Ben-Soussan, T. D., & Goldstein, A. (2017). Creativity Is Enhanced by Long-Term Mindfulness Training and Is Negatively Correlated with Trait Default-Mode-Related Low-Gamma Inter-Hemispheric Connectivity. Mindfulness, 8(3), 717-727. doi:10.1007/s12671-016-0649-y

Colzato, L., Szapora, A., & Hommel, B. (2012). Meditate to Create: The Impact of Focused-Attention and Open-Monitoring Training on Convergent and Divergent Thinking. Frontiers in Psychology, 3(116). doi:10.3389/fpsyg.2012.00116

Guilford, J. P. (1950). Creativity. The American psychologist, 5(9), 444-454.

Inspiriert von

Byrne, E. K. (2016). Using Mindfulness to Jumpstart Creativity at Work.  Retrieved from https://www.mindful.org/using-mindfulness-jumpstart-creativity-work/

[1] Aus der Sicht Asendopfs (2015) ist beispielsweise immer noch nicht klar, ob man Kreativität tatsächlich als Konstrukt eingrenzen kann oder ob es eher einen Überbegriff für unterschiedliche, nicht unbedingt zusammenhängende Eigenschaften darstellt.

[2] Bei der Meditation zur fokussierten Aufmerksamkeit richtet man die Aufmerksamkeit auf ein Objekt, z.B. den Atem.

[3] Bei dieser Meditation werden Gefühle und Gedanken wahrgenommen und beobachtet, ohne sich von vornherein auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren.

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