Wie können wir im Arbeitsalltag und im Privaten unsere Willenskraft erhalten und sogar steigern? Nehrenheim (2017) schlägt vor, Willenskraft-Fresser zu vermindern, energiesparender mit der Willenskraft umzugehen, und die Leistungsfähigkeit der Willenskraft zu steigern. Denn je mehr Willenskraft eine Person hat, desto stabiler ist auch die Charakterstärke, welche für den Erfolg im Arbeitsleben eine wichtige Rolle spielt.

Dennis Nehrenheim (2017) setzt sich in seinem Artikel genauer mit den Themen Charakterstärke und Willenskraft, gerade auch in der Führungskräfteentwicklung auseinander. Er stellt ein Modell zur Verbildlichung des Zusammenhangs vor: Die Charakterstärke ähnelt darin einer aufladbaren Batterie, während die Willenskraft ihr Akku-Stand ist. In diesem Bild besteht die Willenskraft aus vielen kleinen Kügelchen, den Willenskraft-Kügelchen. Diese werden über den Tagesverlauf hinweg durch Anstrengungen aufgebraucht. Anstrengungen können entweder ein bewusstes Zwingen zu etwas[1] oder das Widerstehen einer Versuchung[2] sein.

So entleert sich der Speicher der Willenskraft-Kügelchen tagtäglich etwas. Wieder aufladen lässt sich dieser Speicher durch Energie, die man dem Körper in Form von Nahrungsmitteln zuführt, oder auch durch genug Schlaf. Ein Schlafdefizit über einen längeren Zeitraum hinweg führt zu größeren Willenskraft-Kügelchen, die mehr Platz in der Batterie verbrauchen und damit auch schneller aufgebraucht sind. Eine andere Methode, die Nehrenheim vorschlägt, ist das Verkleinern und Vermehren von Willenskraft-Kügelchen. Das geschieht beispielsweise durch Sport und durch Entspannung. Kleinere Willenskraft-Kügelchen führen dazu, dass sich der Willenskraft-Speicher langsamer leert, da ja mehr Kügelchen vorhanden sind. Je kleiner unsere Willenskraft-Kügelchen also sind und je voller der Speicher ist, desto weniger laufen wir Gefahr, in ein Burn-out zu geraten.

Mit der Willenskraft verhält es sich nun mal so, dass sie ein begrenztes Gut ist, wie man an den Willenskraft-Kügelchen sehen kann. Daher ist es sinnvoll, (1) die Anzahl der Willenskraft-Fresser zu vermindern, (2) energiesparender mit der Willenskraft umzugehen, was beides z.B. durch Priorisierung möglich ist, und (3) die Leistungsfähigkeit der Willenskraft durch Sport und Entspannung zu steigern.

Dr. Britta Hölzel (2017) fasst in einem Vortrag zusammen, dass Willenskraft mit beruflichem Erfolg, verbesserten sozialen Beziehungen und einem, der Gesundheit dienlicheren Verhalten zusammenhängt. Gut aufgefüllte Willenskraft-Speicher befördern gute Laune, die Offenheit für andere Blickwinkel und wirken sich auf die Motivation nachhaltig aus. Sie vergleicht die Willenskraft mit einem Muskel, den man stärken und trainieren kann. Als Tipps gibt sie eine gesunde Ernährung, Routinen[3], welche die Entscheidungskraft entlasten, und bereits getroffene Vorbereitungen[4] mit auf den Weg. Dieses Wissen kann gerade auch in den Bereichen Mitarbeiterführung und Führungskräfteentwicklung hilfreich sein.

Wenn wir unsere Willensstärke also regelmäßig im Blick behalten, sorgen wir nicht nur für unser Wohlbefinden auf unterschiedlichsten Ebenen, sondern auch für eine gut aufgeladene Charakterstärke. Verstärken kann ich die Wachheit dafür durch Achtsamkeitsübungen. Wir ermöglichen uns dadurch ein erfülltes Leben und Erfolg im Beruf.

Quellen:

Nehrenheim, D. (2017). Selbstdisziplin – Warum du mehr Willenskraft hast, als du dir zutraust.   Abgerufen von http://ubermind.de/selbstdisziplin-lernen/

Hölzel, B. K. (2017). Die Neurowissenschaft der Achtsamkeit. Präsentation vorgetragen bei Mindfulness in Organisationen, Salzburg.

[1] Ein Beispiel dazu sind Deadlines: „Das muss ich noch bis morgen erledigt haben!“

[2] Eine sehr bekannte Versuchung für die Schokoladenfreunde unter uns ist das zusehen, wie jemand anderes Schokolade genießt, die man gerade auch gerne essen würde.

[3] Für die Achtsamkeitspraxis: feste Zeit und fester Ort.

[4] Für die Achtsamkeitspraxis: eine Gruppe zum gemeinsamen Üben.

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